getränke · sommer

wasserkefir – darm-superfood zum selbermachen

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(li) probiotika und superfoods sind in den letzten jahr(zehnt)en immer wieder in den aufmerksamkeitsfokus der ernährungsforschung bzw. ernährungsmedizin hineingewabert. unseren körper und damit auch unsere seele gesund und funktionstüchtig zu erhalten, ist aus diversen nachvollziehbaren gründen ein grundbedürfnis der menschen, wenn kranksein schmerzhaft, unangenehm und gesellschaftlich stigmatisiert ist (dass aus diesem natürlichen wunsch auch ein übermächtiger druck erwachsen kann, der paradoxerweise massiv belastend ist und krankmacht, darüber an anderer stelle). probiotika sind medizinisch bereits recht gut erforscht, aber was sind sie eigentlich und (wozu) brauchen wir sie wirklich? eine frage, die mir von patienten oft gestellt wird – dazu gibt es einen wunderbaren wikipedia-artikel, der auch sehr genau den stand der forschung beleuchtet und vorbildlich mit quellen unterfüttert ist.

heute soll es um einen besonderen kleinen probiotischen freund von mir gehen, der mich erst seit zwei wochen begleitet, von dem ich aber bereits vor längerer zeit gelesen hatte und der mir inzwischen ganz wortwörtlich bereits ans herz ge-wachsen ist: den wasserkefir.
kefir als joghurtähnliches milchprodukt ist vielen ein begriff, es handelt sich dabei aber nur entfernt um einen verwandten des wasserkefirs, insofern ist der begriff etwas ungenau; weil er aber im allgemeinen und v.a. auch im internationalen fachsprech so bezeichnet wird, übernehme ich dies auch hier. gemeinsam haben beide getränke, dass sie durch fermentation entstehen, im fall des wasserkefirs wird wasser in einem bestimmten verhältnis mit zucker vermischt und es entsteht dann unter beigabe von stickstoff (in form von obst oder trockenfrüchten) in einem mehrtägigen gärprozess milchsäure und in geringen mengen auch alkohol – umso mehr, je länger der ansatz steht.

klingt mega unlecker und ziemlich nach biochemischem experimentallabor? jep, letzteres stimmt – ist aber ein unheimlich schöner nebenaspekt dieses nahrungsmittels, wenn man wie ich ein kleiner hobbyalchemist und küchenchemie-fetischist ist. lecker und vor allem sehr gesund wird das ganze, weil verschiedene anteile des zuckers und der früchte mithilfe der bunten mischung aus mikroorganismen in äußerst aromatische teilchen, mineralstoffe, vitaminchen etc. zerlegt werden. geschmacklich liegt das ganze irgendwo zwischen fruchtschorle, buttermlich und sekt – wer schon mal kombucha getrunken hat, kann sich ziemlich gut vortsellen, in welche richtung det janze jeht.
die lebenden mikroorganismen selbst, die wir natürlich einfach mittrinken, sind dabei genau jene, von denen wir dank forschung heute wissen, dass sie freundlicherweise unseren darm besiedeln und damit unendlich viel gutes tun – sie sind eine art darmeigenes zweit-immunsystem, entsorgungsunternehmen und nährstoff-spezialingenieure in einem.

laut verschiedener studien (siehe auch hier) eignet sich wasserkefir daher als optimales erfrischungsgetränk für alle, die auf sehr zuckerarme (denn ganz zuckerfrei wird es nur, wenn wir dafür einen etwas höheren alkoholgehalt in kauf nehmen, wenn der ansatz eben länger aals 2-3 tage steht) kost mit mehrwert stehen oder achten müssen. es wird sogar an der eignung und positiven auswirkung auf diabetes geforscht. ganz viele tolle weitere quellen und hintergrundinformationen zu wasserkefir und seinen verwandten bekommt man auf  fairment.de – hier kann man übrigens auch alles kaufen, was man braucht, um seine eigene hexenküche zu starten, falls man nicht wie ich jemanden kennt der die kleinen kristallähnlichen knubbel aus kefirkulturen zu verschenken hat.

so viel zur theorie – die praxis ist aber mindestens so spannend.
ich bekam also ein gläschen voller kefir-„kristalle“ von einer freundin, denn die kleinen kerle verdoppeln sich mengenmäßig etwa bei jedem liter ansatz den man braut… da wächst einem das ganze schnell über den kopf!
was man braucht und wie man es macht :

 

ein ca. 500-1000ml fassendes großes gefäß, das nicht aus metall sein sollte – gerne ein sehr großes einmachglas, mason jar mit deckel oder wie bei uns einfach ein einliter-messbecher aus plastik von tupper.
ein paar löffel zucker (je bio desto besser – über zuckeralternativen und ihre jeweilige eignung findet man sehr viele details auf fairment.de)
einige stückchen obst oder trockenobst
wasser, ein teil davon kochend heiß
pro 500ml wasser ca. 2 EL kefirkristalle
einige tropfen zitronensaft
 als konservierungsmittel

alles wird gut gemischt – erst der zucker im heissen wasser aufgelöst, dann alles andere rein bis auf die kristalle, die erst ganz zum schluss rein sollen, weil sie das ganz heisse wasser nicht aushalten, und dann locker abgedeckt. so locker, dass die entstehende kohlensäure kontrolliert entweichen kann, aber z.B. fruchtfliegen keine chance haben (einfach mit einem tellerchen abdecken geht super). der ansatz soll dann an einem ruhigen, WARMEN und dunklen ort etwa 48h stehen. dann muss man, das ist etwas kniffelig, kristalle und fruchtreste voneinander trennen, letztere kommen auf den kompost oder (für hartgesottene) ins müsli, erstere gehen in den nächsten ansatz oder, frisch abgespült und mit einer zuckerlösung bedeckt, im kühlschrank in eine ruhepause.
die leckerheit des getränks steigert sich enorm, wenn man es vor dem genuss kühl stellt und ggf. noch mit frischen früchten, kräutern, saft oder z.B. holunderblütensirup aromatisiert. zu diesem zeitpunkt hat es einen sehr geringen alkoholgehalt, so dass er nach deutschen lebensmittelstandards als alkoholfrei durchgeht. gerade an heißen sommertagen, wie wir sie derzeit ja aushalten müssen, ist eiskalter wasserkefir ein echter genuß!

meine mischungen waren bisher alle sehr yummy, ich habe als ansatzfrüchte ausprobiert: mango&gojibeeren (beide getrocknet), aprikose (getrocknet), erdbeeren und kirschen (frisch), banane (frisch) – letzteres mit abstand mein favorit!
schade, dass ich mich erst jetzt an dieses leckere getränk getraut habe bzw. es für mich entdeckt habe. in der frühschwangerschaft, während der fiesen übelkeit, entwickelte ich ein faible für (damals leider gerne sehr zuckrige) kohlensäurehaltige eiskalte getränke. da wäre der kefir sicher ideal gewesen! und auch als potentiell immunstärkende erfrischung im wochenbett kann ich ihn mir ziemlich gut vorstellen…

ich bin gespannt was ihr draus macht – lasst mich eure geheimrezepte wissen und ob euer wohlbefinden, eure verdauung oder sogar die stimmung davon beeinflusst wurden 🙂

[disclaimer: werbung da webshop-nennung ohne dass die autorin daraus einen vorteil hatte, meine persönliche meinung wurde von fairment.de in keiner weise beeinflusst]

 

 

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